1:3-Niederlage zum 2.-Liga-Saisonauftakt

Der FC Wiedikon verliert seine 2. Liga-Premiere gegen ein abgeklärteres Seefeld mit 1:3 (0:1). Das sehenswerte Tor für die Rotblauen erzielte Denis Jonsson kurz vor Schluss. Ein Schlusspunkt unter eine gute Leistung, auch wenn die Punkte (noch) ausblieben.
Es war ein satter Strich aus über 20 Metern, der Ball zappelte im Netz. Seefelds Schlussmann Jérome Vollenweider hatte keine Chance gegen Dennis Jonssons Geschoss. Man hatte das Gefühl als Zuschauer, dass in diesem Schuss aller Frust und auch Enttäuschung über die Startniederlage steckte. Denn Wiedikon spielte bis zur letzten Minute mit vollem Engagement, rackerte und hat starke Momente. Die Tore, die schoss jedoch der FC Seefeld.
Dino Sabato hatte angekündigt, sich nicht verstecken zu wollen. Das spürten auch die rund 150 Zuschauer, denn der Neuling fasste ab Anpfiff mit jeder Minute mehr Selbstvertrauen. In der 16. Minute wäre Wiedikon nach einem direkt ausgeführten Freistoss durch Noah Kadi sogar beinahe in Führung gegangen, Seefelds Dan Theijse konnte haarscharf noch auf der Linie retten.
Und dann kam die unselige 21. Minute: Der umtriebige Robin Küderli wurde auf Strafraumhöhe bedrängt, fiel oder liess sich fallen. Penalty! Dylan Kadi war noch dran an Bischofsbergers Schuss, aber eben nur dran. 0:1.
Jetzt liess Seefeld den FC Wiedikon anrennen. Ruhig und mit der nötigen Erfahrung. Durch Noah Kadi und Leandro Stirnemann kam Wiedikon zwar zu Chancen, nutzte diese nicht. Der Aufwand (lange Laufwege) wurde nicht belohnt.
Nach der Pause hatte Wiedikon seine stärkste Phase. Bis zur 60. Minute verfehlten Fabio De Tommasi mit einem Distanzschuss aus 20 Metern, wieder Noah Kadi nach einem Laufduell und Roberto Napoli mit einem Ristschuss den Ausgleich.
Wie aus heiterem Himmel fiel dann das 0:2 für die Gäste: Bischofberger drückte links durch, schlug den Ball wuchtig in die Mitte und aus der Hereingabe wurde ein Ball, der an Freund und Feind vorbei ins Netz rollte.
Wiedikon warf nun alles nach vorne, rückte weit auf, selbst Dylan Kadi interpretierte seine Goalie-Rolle offensiver. In der 85. Minute entwischte Robin Küderli und düpierte mit einem Heber den herauseilenden Dylan Kadi: 0:3 und damit endgültig die Entscheidung.
Das 1:3 in der 90. Minute war mehr als nur Kosmetik. Es war der verdiente Lohn und das erste 2. Liga-Tor für Wiedikon seit Jahren. Der Wille, dieses Tor noch zu erzielen, steht sinnbildlich für das beeindruckende Engagement von Dino Sabatos Truppe. Seine Worte an die Mannschaft, unmittelbar nach dem Schlusspfiff, waren eine deutliche Aussage: «Wir haben verloren. Aber hey, das war eine gute Leistung. Kopf hoch! Alles weitere schauen wir nächste Woche an. Ich bin stolz auf Euch.

Oli Kraaz

Matchtelegramm