Erster Sieg mit letztem Aufgebot

Im Duell der beiden Aufsteiger setzte sich die 1. Mannschaft in einem kampfbetonten Spiel gegen Meilen mit 2:1 durch.

Bis zur letzten Minute war man sich der ganzen Sache nicht sicher. Als der Match nach etwas mehr als 90. Minuten abgepfiffen wurde und die Sprinkleranlage sofort zu spritzen begann, wirkte dies wie eine schäumender Champagner nach einem Sieg. Erleichterung und Freude.

Dabei startete Wiedikon stark. Aggressiv, gut organisiert, hoch stehend mit Pressing an der Linie – Meilen rannte, sah aber kaum Bälle, konnte nur noch reagieren. Auch die Torchancen kamen: Raphael Schlamp (14. Minute) eröffnete das Skore, Noah Kadi erhöhte (40.). Der Knackpunkt kam aber zwischen den beiden Treffern in der 30 Minute: Mit Arif Brahimi musste der Abwehrpatron ausscheiden. Bis zum 2:0 fiel durch weitere Verletzungen die ganze Innenverteidigung aus.

Trainer Dino Sabato musste improvisieren. Aufgrund der aktuell dünnen Personaldecke standen in der Folge gleich mehrere A-Junioren „kalt“ auf dem Platz. Es sollte ein heroischer Kampf werden bis zum Abpfiff.

Bis zur 49. Minute hätte zwar niemand mehr auf ein Comeback des FC Meilen getippt. Bemüht, aber häufig im Stückwerk sich verlierend, schaute wenig bei den Gelbschwarzen heraus. Bis in der 49. Minute Marco Ruckstuhl den Anschlusstreffer erzielte, bezeichnenderweise nach einer Einzelleistung. Plötzlich stand es nur noch 2:1.

Der Treffer war Gift für Wiedikon – und weckte die Lebensgeister beim Gegner. Nur 10 Minuten später hatte wiederum Ruckstuhl gar den Ausgleich auf dem Fuss. Dylan Kadi verringerte den Winkel jedoch gekonnt, so dass der Ball am Gehäuse vorbei zirkelte.

So folgten 30 Minuten des Bangens und Bibberns. Immer wieder Chancen von Wiedikon, wie in der 62. durch eine Direktabnahme von Noah Kadi, die aber wie andere Versuche an diesem Tag nicht ins Ziel fanden. Das Wiedikon wankte, aber nicht fiel, lag am starken Kollektiv. Fehler oder missglückte Aktionen wurden von Mitspielern mit doppeltem Einsatz ausgebügelt. Die drei Punkte sind nicht zuletzt auch eine eindrückliche Willensleistung.

Trainer Dino Sabato musste nach Spiel zuerst einmal durchatmen: „Ich bin überglücklich für die Mannschaft. Bis zu den Verletzungen hatte die Mannschaft grossartig gespielt, dann mussten wir kämpfen und beissen. Dass es aufgegangen ist, macht mich stolz. Die Mannschaft ist an den widrigen Umständen nicht zerbrochen.“

Oli Kraaz

Matchtelegramm

Juniorenobmann Peter Spahni und Trainer Dino Sabato nach dem hart erkämpften 2:1-Heimsieg der 1. Mannschaft.

Erfolgreicher Sonntag auf dem Heuried

Vom Erfolg der 1. Mannschaft liessen sich auch die A1-Junioren und das Frauenteam motivieren. Die ältesten Junioren verdienten sich nach einem 0:3-Rückstand noch einen Punkt gegen die Gäste aus Chiasso. Und das Frauenteam holte sich den ersten Sieg in der 3. Liga: mit einem 5:3 gegen Wallisellen.