Ein Remis nach nach spektakulärer Aufholjagd

Was für ein Fussballnachmittag am Sonntag in Regensdorf: Der FC Wiedikon lag bereits mit 1:3 zurück, kämpfte sich aber mit grosser Leidenschaft in die Partie zurück und schnupperte in einer packenden Schlussphase sogar noch am Sieg. Am Ende stand ein spektakuläres 3:3 – und ein Punkt, der sich dank der starken Aufholjagd beinahe wie ein Erfolg anfühlte.

Der Start in die Partie verlief zäh. Die Wiediker mussten sich zunächst an den Naturrasen gewöhnen und fanden nur langsam in ihren Rhythmus. Umso überraschender fiel in der 11. Minute die Führung: Nach einem Abpraller des Regensdorfer Torhüters schaltete Nilo Cavalli blitzschnell und versenkte den Ball zum 0:1. Danach drängte das Heimteam auf den Ausgleich. In der 25. Minute forderte Regensdorf nach einer umstrittenen Szene vehement einen Penalty, doch der Pfiff blieb aus. Drei Minuten später brannte es nach einem Eckball lichterloh im Wiediker Strafraum, ehe der FCW mit vereinten Kräften klärte. In der 35. Minute war es dann so weit: Häberli traf für Regensdorf zum verdienten Ausgleich. 1:1 zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie endgültig Fahrt auf – zunächst jedoch zugunsten der Regensdorfer. In der 55. Minute liess Tobias Vettiger mit einem sehenswerten Weitschuss dem Wiediker Torhüter keine Chance und drehte das Spiel zum 2:1. Die Antwort des FCW folgte beinahe postwendend: Nur drei Minuten später zog Speranza gefühlvoll ab, doch sein Schlenzer strich hauchdünn am Tor vorbei. Statt des Ausgleichs fiel auf der Gegenseite das 3:1 für das Heimteam. Nach einer Flanke stimmte die Zuordnung in der Wiediker Defensive nicht, und Baptista nickte unbedrängt ein. Der FCW schien auf die Verliererstrasse geraten zu sein.

Doch Wiedikon weigerte sich, dieses Spiel verloren zu geben. Mit viel Zug nach vorne leitete der FCW die Aufholjagd ein: Eine sehenswerte Kombination vollendete Adnan Mutapcija in der 71. Minute zum 3:2. Plötzlich war wieder alles möglich – und unmittelbar danach kippte die Partie vollends. Regensdorfs Torhüter wollte den Ball nicht herausgeben, liess sich zu einer Tätlichkeit hinreissen und sah die rote Karte. Wiedikon witterte seine Chance, warf nun alles nach vorne und setzte das Heimteam unter Dauerdruck. Dann kam der grosse Moment: Noah Kadi flankte präzise in den Strafraum, German Iliev stieg mit perfektem Timing hoch und köpfte den Ball zum umjubelten 3:3 in die Maschen.

Und beinahe wäre die Wende sogar noch komplett gelungen: In der 88. Minute kam der FCW zur grossen Chance auf den vierten Treffer. Doch Regensdorfs Ersatztorhüter reagierte glänzend und bewahrte sein Team mit einer starken Parade vor der Niederlage.

So endete ein mitreissendes Spiel 3:3. Der FC Wiedikon belohnte sich für eine leidenschaftliche Reaktion, grossen Kampfgeist und den unbedingten Glauben an die Wende. Nach dem 1:3-Rückstand ist dieser Punkt hochverdient – und dennoch bleibt das Gefühl, dass in dieser turbulenten Schlussphase sogar noch mehr möglich gewesen wäre.

Christian Ansorg

Matchtelegramm

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